Erinnerungen

Kennst du das? Bei manchen Tätigkeiten überkommen einen schlagartig Erinnerungen aus frühester Kindheit. Ausnahmsweise koche ich heute -jetzt gerade- bereits zum 2. mal Rhabarber. Ich bin mir sicher, dass ich das nur mache, weil ich mich dabei soooo gut fühle. Bereits in dem Moment, bei dem ich die Rhabarber schneide und die Schale genüsslich am Stängel herabziehe (mit der grossen Hoffnung, dass das Ding auch bis zum Schluss hält), steigen winzige Duftmoleküle in meine Nase und es kommen erste Emotionen in mir hoch. Dieses warme Kribbeln ums Herz, das du bestimmt auch kennst, wenn du Zimt  riechst, der dich an Weihnachten erinnert, wenn du das Lieblingsparfüm deiner Freundin riechst oder in deiner Bäckerei stehst und auf dein liebstes Gebäck wartest. Warum das so ist? Millionen von Hirnzellen sind dazu da, deine Erfahrungen zu sammeln und zu speichern. Dummerweise speichern sich die unguten Erfahrungen besser als die Guten. Wie blöd! Man könnte ja meinen, dass sich gute Erfahrungen nicht lohnen würden. Aber da kann ich dich beruhigen. Mit ein par Tricks hast du auch gute Erfahrungen in deiner Sammlung und das ist gar nicht so schwer. Dabei ist es wichtig, dass du dein Erlebnis möglichst mit allen Sinnen in dich aufnimmst. Rieche, fühle, schmecke, höre und sieh dich genau um. Mach daraus einen wahren Genussmoment und male ihn auf deiner inneren Leinwand auf. Sieh dir kleine Kinder an. Sie nehmen sich die Zeit dazu, alles genaustens zu erkunden und vergessen rundherum die Welt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird es wichtig sein, dass du dich mehrmals an dieses Ereignis erinnerst, alle Sinne wach werden lässt und deine angenehmen Gefühle aufkommen dürfen. Wenn du kleine Begegnungen in deinem Leben mit allen Sinnen geniesst, wirst du schnell bemerken, dass du kleine Dinge sammelst, wie ich meinen Rhabarbermoment 😊. Herzlich, Tamara.